W. E. Frank, Experiment IV1 Erstaunen 2016

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WeinpassBei unserem ersten Experiment „Erstaunen“ handelt es sich um eine Assemblage aus unseren Einzellagen, die im Stahltank ausgebaut wurde. Die Assemblage setzt sich zusammen aus 52% Teufelskopf (Ludwigshöhe), 26% Hipping, 19% Orbel und 3% Pettenthal (alle Nierstein). Dicht, cremig und mit einem hohen Spaßfaktor ausgestattet, ist das Experiment IV1 Erstaunen von 2016 die hedonistische Variante aus unserem Hause.

Art.Nr: WF-16-8003
Gesamtproduktion

1.154 Flaschen

Alkoholgehalt

13,0 %

Füllmenge

750 ml

Geschmacksrichtung

trocken

Verschluss

Naturkork wachsversiegelt

Allergene

enthält Sulfite

Auszeichnung

90+ Punkte Robert Parker's Wine Advocate

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Verkostung

Strohgelb. Kraftvolles, süßes, leicht buttriges Bukett, mit viel Buttercremetorte und süß-kitschigen Pfirsichnoten über einem hochmineralischen Untergrund. Offen und sexy, aber auch salzig und kristallin. Es ist erstaunlich, wieviel Pettenthal-Pfirsich bei nur 3% Pettenthal in dieser Assemblage steckt und dass sie rein aus dem Stahltank stammt. Aufgrund der Noten von weißem Nougat könnte auch gut und gerne ein Holzanteil enthalten sein. Zu Beginn dezente Anklänge an Schwedenkräuter, die sich über die Tage fast vollständig auflösen. Hat durch die leicht buttrigen Noten am Gaumen mehr Umpff als die anderen Weine, ist aber nicht ganz so präzise. Fast voller Körper, unterstützende Säure, mineralisch-salzige Komponenten und wieder Pfirsich. Die Bitternote, die speziell im Abgang stark an Fernet-Branca erinnert und den Wein sehr interessant macht, ist auch am Gaumen spürbar, verschwindet dann aber über die Tage nahezu. Viel Saft und Kraft. Je länger man sich mit dem Wein beschäftigt, desto mehr findet man. In der reduzierten Sprache der Hockküche wäre er: Buttercreme – Weinbergspfirsich – metallische Mineralik – Salz – Fernet Branca. Bis 2025.

Robert Parker

90+ Points (The Wine Advocate End of January, 2020)

The 2016 Experiment IV1 Erstaunen (literally: astonishment) is a stainless steel-fermented single vineyard blend of 52% Teufelskopf, 26% Hipping, 19% Orbel and 3% Pettenthal that opens with some lactic and yeasty aromas on the nose that doesn’t display the finesse and precision of the 2017 successor. Rich and round on the creamy-textured palate, this is a charmingly juicy Riesling blend with a slightly bitter finish that might benefit from further bottle aging. The 2016 has good energy on the vivacious finish. 2022 – 2030. 13% alcohol. 1,154 bottles made. Tasted in November 2019.

Der Jahrgang 2016

Nach einem niederschlagsreichen Winter mit moderaten Temperaturen lies der Frühling 2016 lange auf sich warten und brachte dann einiges an Nässe mit sich. Obwohl der Winter dadurch ewig zu dauern schien, waren die Temperaturen unauffällig und der Austrieb erfolgte am 17.04.2016 sogar einen Tag früher als im 15-Jahres-Schnitt. Durch die dann fallenden Regenmassen – in Nierstein regnete es beispielweise im Mai doppelt so viel als normal – legte die Vegetation einen Wachstumsstopp ein und lag selbst im Frühsommer noch rund zwei Wochen zurück. Als Blühbeginn notierten wir den 18.06.2016.

Durch die Nässe herrschte hoher Krankheitsdruck in den Reben. Da die Weinberge teilweise wegen aufgeweichter Böden schlecht befahrbar waren, wurden die notwendigen Behandlungen beschwert. Für biologisch arbeitende Betriebe war der Jahrgang 2016 in dieser Phase ein Albtraum und führte in manchen Fällen sogar zu einem Totalausfall.

Die Wende kam mit dem Hochsommer. Bis in den September hinein herrschte vorwiegend trockenes, warmes Wetter mit einer Hitzewelle Ende August. In der Messstation in Nierstein wurde am 27.08.2016 eine rekordverdächtige Maximaltemperatur von 43,3°C gemessen. Selbst im Jahrhundertsommer 2018 lag die Maximaltemperatur dagegen nur bei vergleichsweise moderaten 35,9°C. Der sonnig-warme September – 4°C über dem langjährigen Mittel – lies alle bis dahin aufgetretenen nahezu Probleme vergessen. Bei den früh reifenden Rebsorten begann die Lese Anfang September, die Hauptlese wurde ab Mitte September durchgeführt.

In unserem Weingut konnten wir aufgrund der ausgezeichneten Situation in den Weinbergen entspannt die Reife abwarten und ab dem 10.10.2016 gesunde und ausgereifte Trauben mit guten Mostgewichten in größerer Menge ernten. 2016 war eines der wenigen Jahre, in dem der Erntezeitpunkt keine große Rolle gespielt hat. Den ganzen Oktober über war die Situation in den Weinbergen extrem stabil. Es haben weder die physiologische Reife oder die Mostgewichte zugenommen, noch gab es irgendwelche Probleme mit dem Auftreten von Fäulnis.

Insgesamt sind die Weine des Jahrgangs 2016 fruchtbetont und saftig. Die Extrakt- und Alkoholwerte liegen generell niedriger als im Vorjahr. Die Rieslinge profitierten besonders vom idealen Herbst und präsentieren sich ausgeprägt aromatisch. Nach Ansicht der Experten liegt das Geheimnis des Jahrgangs 2016, der dort – wie auch bei uns – als ein sehr guter Jahrgang gilt, in dieser hervorragenden Aromareife. Der gelegentlich geäußerten Meinung, dass 2016 im Vergleich zu 2015 der bessere Jahrgang wäre, können wir uns jedoch nicht anschließen.