Grapevault, Acolon 2012

 24,00

( 32,00 / 1 L)
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Die Rebsorte Acolon ist eine Kreuzung aus Blaufränkisch und Dornfelder. Tiefdunkel, konzentriert und aromatisch, vereint sie das Beste beider Reben. Sorgsam vinifiziert, entsteht so einer der raren deutschen Rotweine von internationalem Format.

Leider ist unser Acolon 2012 von Grapevault bereits ausverkauft.

Nicht vorrätig

Art.Nr: GV-12-8003
Alkoholgehalt

14,5 %

Füllmenge

750 ml

Geschmacksrichtung

trocken

Verschluss

Naturkork

Allergene

enthält Sulfite

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Die Rebsorte Acolon ist eine Kreuzung aus Blaufränkisch und Dornfelder. Zum erstem Mal sind wir mit dieser doch recht unbekannten Rebsorte in Berührung gekommen, als wir das Produktprogramm unseres Partners in Württemberg, die Heuchelberg Weingärtner, verkostet haben. Dabei hat der im Barrique ausgebaute Acolon die anderen Weine deutlich überragt. Wir mussten ihn sogar internationale Klasse attestieren. Deshalb haben wir uns entschlossen, in Zusammenarbeit mit den Heuchelberg Weingärtnern, einen eigenen Acolon zu produzieren. Der Jahrgang 2012 ist der erste Wein, der im Rahmen dieser Kooperation entstanden ist.

Schnell zugreifen

Der Wein ist zwar bis auf 36 Flaschen ausverkauft. Aber wir wollen Ihnen die Gelegenheit geben, den Wein in perfekter Entwickelung und sehr guter Trinkreife zu genießen. Weiteres Entwicklungspotenzial ist natürlich zur Genüge auch noch vorhanden.

Der Acolon ist, wie auch die anderen Neuzüchtungen wie Cabernet Dorsa, Cabernet Cubin usw., die aus einer spezielle Phase in Deutschland stammen, ultrakonzentriert, extrem tieffarbig und mit mächtigem Tannin beladen. Im Gegensatz manch anderen farbintensiven Neuzüchtungen, besitzt der Acolon aber auch Struktur und Komplexität. Im Prinzip bringt der eine Elternteil Blaufränkisch – oder sollten wir besser Lemberger sagen, da wir uns ja in Deutschland befinden – die Eleganz mit ein und der andere Elternteil Dornfelder die Kraft. Für uns er deshalb ein Blaufränkisch „on steroids“.

Ausbau

Den Jahrgang 2012 haben wir für 46 Monate in neuer französischer Eiche ausgebaut. Wir denken, dass der Acolon diese lange Lagerung im neuen Holz braucht, um seine jugendliche Härte zu bändigen. Es war dabei besonders interessant zu beobachten, wie der Wein in seiner Entwicklungszeit im Holz an Harmonie und Komplexität zugelegt hat. Gerne geben wir zu, dass der Wein zwar nun deutliche Barriquenoten besitzt, die in ihrer schokoladigen und kakaoigen Ausprägung aber sehr angenehm sind und dem Wein sehr gut stehen.

Ganz sicher sind wir noch nicht, ob die vier Jahre Fassausbau das Optimum darstellen. Darum haben wir den Jahrgang 2014, der sich noch nicht Verkauf befindet, nach drei Jahren abgefüllt. Speziell da die Frucht im Jahrgang 2014 wunderschön war und wir diese erhalten wollten. Der Wein ist aber noch ziemlich ruppig und wir müssen ihm noch mindestens ein Jahr zusätzliche Flaschenreife gönnen. Insofern haben wir zeitlich nichts gewonnen und müssen entscheiden, ob der Gewinn an Frucht die anfängliche Ruppigkeit aufwiegt.

Vom Jahrgang 2016, von dem wir eine gute Menge produziert haben, werden wir deshalb mit drei Barriques den gegenteiligen Weg gehen und den Wein dann für fünf oder sechs Jahre im Fass belassen. Wir müssen hier einfach ausloten, wann der Wein zu oxidieren beginnt. Bei unserem 2012er ist allerdings von Oxidation noch überhaupt nichts zu spüren. Der Wein ist jugendlich und frisch in der Anmutung und vielleicht sogar ein wenig reduktiv – was uns dann doch nach dieser langen Zeit im Barrique etwas verblüfft hat.

Der Grapevault Acolon 2012 hat 14,8% Alkohol bei 5,7 g/l Säure, 2,3 g/l Restzucker und 26,5 g/l zuckerfreien Trockenextrakt. Der hohe Alkoholgehalt ist dabei ein Kennzeichen der Rebsorte Acolon. Die Rebsorte reift sehr früh und entwickelt schnell hohe Mostgewichte. Reifeprobleme, die ein Pokern mit einer späten Ernte erforderlich machen würden, kennt der Acolon nicht. In dieser Hinsicht ist der Anbau einfach. Die Herausforderung liegt vielmehr in der Wahl des richtigen Erntezeitpunktes, um einen überbordenden Alkohol und speziell überreife, rosinierte und gekochte Noten zu vermeiden.

Fazit

Wir halten den Acolon für einen heißen Kandidaten als zweite rote Leitrebsorte neben dem Spätburgunder in Deutschland. Einfach auch deshalb, da viele internationale rote Edelrebsorten in Deutschland nicht ausreifen und die Neuzüchtungen nicht über die Struktur und Klasse wie der Acolon haben. Aber urteilen Sie selbst.

Die Produktionsmenge betrug im 2012 nur 1.716 Flaschen. Übrig sind, wie bereits erwähnt, allerdings nur noch wenige.

Verkostung

Undurchdringliches Schwarz mit dünnem dunkelvioletten Rand. Färbt das Glas innen Blau. Mächtiges, deutlich barriquebetontes Bukett mit sehr ansprechenden floralen, ja schon fast parfümierten Noten, Früchtedrops, Gemüsekomponenten, Steinstaub und Flieder. Irgendwie kommt Blaufränkisch durch, aber es ist einfach gewaltiger. Volles Tonspektrum. Am Gaumen dicht und konzentriert, dabei aber auch strukturiert und auf einem völlig unerwartet hohen Niveau. Ich würde diesen Wein in einer Blindprobe nie nach Deutschland stellen. Unter Berücksichtigung des prägnanten, aber durchaus feinen und gaumenbedeckendem Tannin und der unterstützenden Säure, könnte man vielleicht auf einen hochgetunten Lagrein in der Lamerein-Liga oder einen Montepulciano ala Kurni tippen. Ja, ja, für einen Kurni fehlt der Restzucker, aber wenn er den hätte, wäre es wahrscheinlich noch faszinierender. Aber ernsthaft, qualitätsmäßig ist dieser Wein auch von solchen Granaten nicht weit entfernt. Natürlich voller Körper, Tannin-Steinstaub-Kakao-Teppich und wieder diese in Richtung Flieder gehende Blütenaromatik. Das muss auf geilem Terroir stehen. Gedanklich setzt sich mit der Zeit immer mehr Blaufränkisch im Kopf fest, aber in Burgenland spielt da nicht mehr viel. Was sollte es also sein? Außerdem ist es dichter als Blaufränkisch und, ja, besser. Erstaunlich wie hier die Kreuzung die Originalrebsorte schlägt. Obwohl es schon mächtig ist, finde ich das Holz, bzw. die Kombination aus Acolon mit dem Holz, sehr schön. Schlicht und ergreifend einer der besten Nicht-Pinot-Noir-Rotweine aus Deutschland, die ich bisher getrunken habe. Bis 2025.