W. E. Frank, Ludwigshöher Teufelskopf Edition ARN Riesling 2017

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WeinpassHier einmal ein Teufelskopf in einer feinherben Version auf persönlichen Wunsch von Ali Rasouli-Nia (wer wissen möchte, wofür das ARN steht). Stephan Reinhardt von Robert Parker’s Wine Advocate ist begeistert. Es muss nicht immer trocken sein.

Art.Nr: WF-17-8013
Gesamtproduktion

571 Flaschen

Alkoholgehalt

12,5 %

Geschmacksrichtung

trocken

Füllmenge

750 ml

Verschluss

Naturkork wachsversiegelt

Allergene

enthält Sulfite

Auszeichnung

93 Punkte Robert Parker's Wine Advocate

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Verkostungsnotiz

Helles Gelbgold. Wunderschöne, komplexe, dahingetupfte Frucht nach Aprikose und Papaya, die leicht ankandiert wirkt und von einer Minispur Holz untermalt wird. Hell, leicht angezuckert, duftig, hochpräzise und mineralisch. Geht fast ein wenig in Richtung Mosel. Am Gaumen in perfekter Süße-Säure-Balance, sensorisch an der Untergrenze von feinherb, in der Realität aber dann doch bei 18,7 g/l Restzucker. Mittlerer bis voller Körper, gute, saftige Säure, Steinfrucht, schöne Mineralität etwas Salz. Die Fruchtdichte macht glücklich. Ein beeindruckender Wein. Heide meint, er wäre besser als die Edition ARN aus dem Wisselbrunnen, die wir 2012 hergestellt haben. Das wäre dann schon eine Ansage.

Robert Parker

93 Points (The Wine Advocate End of January, 2020)

The 2017 Ludwigshöher Teufelskopf Riesling Edition ARN is the off-dry version of the dry Erste Lage bottling. The wine offers a subtle, filigreed and finely mineral as well as attractive aromatic bouquet with refreshing scents of crushed stones. On the palate, this is a lush yet filigreed, finessed and stimulating Riesling with stimulating fruit and elegance. The acidity is delicate and beautifully salty and so playful that you can’t resist drinking this excellent and age-worthy „Rhine front“ Riesling. Perfectly balanced. 2020 – 2050. 12.5% alcohol. Tasted in November 2019.

Der Teufelskopf

Der Ludwigshöher Teufelskopf ist im Reigen der großen Weinlagen in Rheinhessen zu Unrecht nahezu unbekannt. Dies liegt wohl daran, dass er nicht, wie viele seiner bekannteren Brüder, im Roten Hang liegt. Wir halten diese Einzellage auf jeden Fall für massiv unterschätzt und nur weil sie nicht Teil des Roten Hangs ist, bedeutet dies nicht, dass sich nicht ein genauer Blick auf diese Lage lohnen würde.

Der Teufelskopf umfasst 32 Hektar Rebfläche, die einen südwestlichen Bogen um die Gemeinde Ludwigshöhe bilden. Er ist Teil der Rheinfront. Gemäß der gängigen Definition beginnt die Rheinfront in Nackenheim und endet in Worms. Da es aber nach Alsheim nur noch das Wormser Liebfrauenstift und Kirchenstück als Rebflächen gibt und wir diese beiden Lagen, trotz ihrer unbestreitbaren Qualität, nicht zur Rheinfront zählen, sehen wir Alsheim als das südliche Ende der Rheinfront an. Die zur Rheinfront gehörigen Gemarkungen wären damit (von Norden nach Süden) Nackenheim, Nierstein, Oppenheim, Dienheim, Ludwigshöhe, Guntersblum und Alsheim. In einer engeren Definition kann man jedoch Ludwigshöhe als das südliche Ende der Rheinfront sehen, da hier der Rhein nach Südosten abbiegt und Guntersblum und Alsheim schon mehrere Kilometer vom Rhein entfernt liegen.

Die nach Osten ausgerichteten Weinberge weisen eine Hangneigung von 15 bis 25 % auf und erreichen im den nördlichen, an Dienheim angrenzenden Gewannen ihre höchste Qualität. Die Böden bestehen aus Löss, Kalkstein und sandigem Lehm.

Wir müssen uns allerdings an dieser Stelle etwas kurz halten, da wir noch an einer umfangreichen Beschreibung dieser Lage arbeiten, können Ihnen die Weine aus dem Teufelskopf jedoch ohne schlechtes Gewissen ans Herz legen. Sie zeichnen sich durch einen erstaunlichen Wohlgeschmack aus, den wir am ehesten mit Umami umschreiben können. Weitere Adjektive, die uns dazu einfallen, sind lecker und harmonisch. Wie auch beim Ölberg, können wir das Geschmacksprofil analytisch noch nicht weiter auflösen. Der Trinkfluss dieser Weine ist jedenfalls enorm.

Eine Einstufung als Erste Lage erscheint uns damit mehr als gerechtfertigt, speziell, da die Weine jahrgangsunabhängig immer eine vergleichbare Grundcharakteristik liefern, was die Grundvoraussetzung des Ausweises als Einzellage ist. Der VDP – Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter sieht dies übrigens genauso. Wir tendieren sogar dazu, den Teufelskopf in die Grand Cru Liga zu heben, aber das muss wohlbegründet sein und braucht noch einige zusätzliche Jahrgänge.

Der Jahrgang 2017

Obwohl sich die Niederschlagsmenge im Jahr 2017 genau im langjährigen Mittel bewegte, begann der Winter sehr trocken. Bereits im Dezember 2016 fielen nur 20 % der normalen Niederschlagsmenge, im Januar und Februar 2017 weniger als die Hälfte und im April 2017 hat es gar nicht geregnet. Die Temperaturen dagegen meinten es gut und auf einen kühlen Januar, folgten ein sehr warmer Februar und ein noch wärmerer März, sodass der Austrieb am 09.04.2017 über ein Woche früher als im 15-Jahres-Schnitt (18. April) erfolgte. Mai und Juni waren ereignislos und obwohl die beiden Monate wärmer als gewöhnlich waren, konnte die Vegetation ihren Vorsprung nicht ganz halten. Beim Blühbeginn am 03.06.2017 betrug der Vorsprung zum 15-Jahresschnitt dann nur noch drei Tage. Dies ist wohl den weiterhin unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen geschuldet. Erst im regenreichen Juli und August konnte das Defizit wieder (etwas) aufgeholt werden.

Die Weinberge entwickelten sich problemlos und Mitte September waren die Mostgewichte schon bis auf an die 90 °Oe gestiegen. Obwohl manche Kollegen zu diesem Zeitpunkt bereits mit der Ernte begannen, waren wir mit der physiologischen Reife noch nicht vollständig zufrieden und wollten noch etwas zuwarten. Leider trat dann ein Phänomen auf, das wir so auch noch nicht erlebt hatten. Es herrschte schönes Spätsommerwetter mit warmen, sonnigen Tagen und kühle Nächten – eigentlich ein ideales Wetter zum Ausreifen der Trauben – und trotzdem begann alles zu faulen. Vielleicht lag es an dem mit 40 mm doch großen Regenschauer am 13./14. September, aber genau wissen wir es nicht. Wir waren auf jeden Fall extrem konsterniert und standen vor einem großen Problem. Wir hatten kurz überlegt, sofort mit der Ernte zu beginnen, aber dies hätte zu Sicherheitsweinen mit maximal (sehr) guter Qualität geführt – was für uns als neues Weingut im Ultrapremiumbereich einfach zu wenig gewesen wäre. Insofern haben wir uns entschieden, egal wie herb die Ertragseinbußen auch immer werden würden – und sie waren dann wirklich verdammt schmerzhaft – auf maximale Qualität zu gehen und warteten mit unserer Ernte noch zu.

Trotz eines weiterhin trockenen Wetters trat in der Folge keine Besserung ein und wir mussten dann zwischen 02. und 14.10.2017 bei trübem und feuchtem, aber nicht besonders nassen Wetter in noch trüberer Stimmung ernten. Wir haben unsere Weinberge im roten Hang als letzte gelesen – unseren Hipping zum Beispiel fünf Wochen später als die Ersten – und die Geschichten über unsere faulen Weinberge sind legendär. Aber alle die, die zu dieser Zeit nur noch den Kopf geschüttelt haben – und es waren nicht wenige – tun dies, nachdem sie unsere Weine probiert haben, nun nicht mehr.

Für Kabinette und edelsüße Weine war 2017 sicher ein genialer Jahrgang – was Mosel und Saar eindrucksvoll zeigen – aber sonst ist der Jahrgang durchwachsen. Alle die, die früh geerntet haben, konnten klare, durchaus fruchtbetonte Weine einbringen, die es jedoch ein wenig an Körper und physiologischer Reife missen lassen. Dafür war die Erntemenge gut. Bei uns hat sich unser Hochrisikoansatz ausgezahlt und wir haben Konzentration, Struktur und Komplexität, aber nur 30 % des normalen Ertrags. Allerdings sind wir inzwischen ob der enormen Qualität unserer Weine – trotz der kaum vorhandenen Menge – mit dem Jahrgang 2017 sehr zufrieden. Man kann einfach nicht immer alles haben.