W. E. Frank, Experiment IV2 Schräg 2017

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Unser zweites Experiment ist wieder eine Assemblage aus unseren Einzellagen, die in diesem Jahr allerdings im gebrauchten Barriques ausgebaut wurde. Sehr schräg und weit weg vom Mainstream.

Leider ist unser Experiment 2017 bereits ausverkauft.

Nicht vorrätig

Art.Nr: WF-17-8003
Gesamtproduktion

214 Flaschen

Alkoholgehalt

13,0 %

Füllmenge

750 ml

Geschmacksrichtung

trocken

Verschluss

Naturkork wachsversiegelt

Allergene

enthält Sulfite

Auszeichnung

91 Punkte Robert Parker's Wine Advocate

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Verkostung

Tiefes Goldgelb. Umpfig-dichtes Bukett mit Schwedenkräutern, Noten von Nougat, Sahnekaramell und Schlagsahne, die sich mit Belüftung reduzieren und deutlichem süßem, fast eingelegtem Pfirsich. Wie die Vermählung von einem Glas Fernet Branca mit einem Stück Pfirsichsahnetorte. Hat (leider?) ein wenig BSA – daher auch die Nougatnoten – und wirkt dadurch vielleicht ein wenig breit, ohne allerdings auch nur ansatzweise wallend zu sein. Viel Spaß beim Raten in einer Blindprobe. Sehr schöne, hochcremige Textur am Gaumen. Voller Körper. Wieder diese extrem schwedenkräutrigen Bitternoten in Verbindung mit cremigen Pfirsich, Sahne, weißem Nougat und gesalzenem Sahnekaramell. Hat allerdings genügend Säure, um die ganze (Glycerin)süße zusammenhalten zu können und sogar etwas Säuregrip. Ich möchte den Wein schon immer sehr, aber er ist schon sehr schräg. Es gibt gute Argumente, dem Wein bereits jetzt Größe zu attestieren, aber sollte man sie ihm bösartiger Weise jetzt noch nicht zubilligen wollen, in einigen Jahren wird er sie erreichen. Für alle die, die schon immer etwas besonders haben wollten.

Robert Parker

91 Points (The Wine Advocate End of January, 2020)

Vinified in used barriques, the golden-yellow 2017 Experiment IV2 Schräg (literally: weird) assembles the fruit of the single vineyards and opens with an intensely aromatic yet refined and refreshing spicy bouquet of ripe Riesling fruit and delicate notes of crushed slate and herbs. On the palate, this is a full-bodied yet filigreed, fresh and salty-piquant as well as structured dry Riesling with elegant finesse and stimulating grip on the finish. 2020 – 2030. 13% alcohol. 214 bottles produced. Tasted in November 2019.

Der Jahrgang 2017

Obwohl sich die Niederschlagsmenge im Jahr 2017 genau im langjährigen Mittel bewegte, begann der Winter sehr trocken. Bereits im Dezember 2016 fielen nur 20 % der normalen Niederschlagsmenge, im Januar und Februar 2017 weniger als die Hälfte und im April 2017 hat es gar nicht geregnet. Die Temperaturen dagegen meinten es gut und auf einen kühlen Januar, folgten ein sehr warmer Februar und ein noch wärmerer März, sodass der Austrieb am 09.04.2017 über ein Woche früher als im 15-Jahres-Schnitt (18. April) erfolgte. Mai und Juni waren ereignislos und obwohl die beiden Monate wärmer als gewöhnlich waren, konnte die Vegetation ihren Vorsprung nicht ganz halten. Beim Blühbeginn am 03.06.2017 betrug der Vorsprung zum 15-Jahresschnitt dann nur noch drei Tage. Dies ist wohl den weiterhin unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen geschuldet. Erst im regenreichen Juli und August konnte das Defizit wieder (etwas) aufgeholt werden.

Die Weinberge entwickelten sich problemlos und Mitte September waren die Mostgewichte schon bis auf an die 90 °Oe gestiegen. Obwohl manche Kollegen zu diesem Zeitpunkt bereits mit der Ernte begannen, waren wir mit der physiologischen Reife noch nicht vollständig zufrieden und wollten noch etwas zuwarten. Leider trat dann ein Phänomen auf, das wir so auch noch nicht erlebt hatten. Es herrschte schönes Spätsommerwetter mit warmen, sonnigen Tagen und kühle Nächten – eigentlich ein ideales Wetter zum Ausreifen der Trauben – und trotzdem begann alles zu faulen. Vielleicht lag es an dem mit 40 mm doch großen Regenschauer am 13./14. September, aber genau wissen wir es nicht. Wir waren auf jeden Fall extrem konsterniert und standen vor einem großen Problem. Wir hatten kurz überlegt, sofort mit der Ernte zu beginnen, aber dies hätte zu Sicherheitsweinen mit maximal (sehr) guter Qualität geführt – was für uns als neues Weingut im Ultrapremiumbereich einfach zu wenig gewesen wäre. Insofern haben wir uns entschieden, egal wie herb die Ertragseinbußen auch immer werden würden – und sie waren dann wirklich verdammt schmerzhaft – auf maximale Qualität zu gehen und warteten mit unserer Ernte noch zu.

Trotz eines weiterhin trockenen Wetters trat in der Folge keine Besserung ein und wir mussten dann zwischen 02. und 14.10.2017 bei trübem und feuchtem, aber nicht besonders nassen Wetter in noch trüberer Stimmung ernten. Wir haben unsere Weinberge im roten Hang als letzte gelesen – unseren Hipping zum Beispiel fünf Wochen später als die Ersten – und die Geschichten über unsere faulen Weinberge sind legendär. Aber alle die, die zu dieser Zeit nur noch den Kopf geschüttelt haben – und es waren nicht wenige – tun dies, nachdem sie unsere Weine probiert haben, nun nicht mehr.

Für Kabinette und edelsüße Weine war 2017 sicher ein genialer Jahrgang – was Mosel und Saar eindrucksvoll zeigen – aber sonst ist der Jahrgang durchwachsen. Alle die, die früh geerntet haben, konnten klare, durchaus fruchtbetonte Weine einbringen, die es jedoch ein wenig an Körper und physiologischer Reife missen lassen. Dafür war die Erntemenge gut. Bei uns hat sich unser Hochrisikoansatz ausgezahlt und wir haben Konzentration, Struktur und Komplexität, aber nur 30 % des normalen Ertrags. Allerdings sind wir inzwischen ob der enormen Qualität unserer Weine – trotz der kaum vorhandenen Menge – mit dem Jahrgang 2017 sehr zufrieden. Man kann einfach nicht immer alles haben.